Sparpotenzial fürs Diagnostiklabor
In der In-vitro-Diagnostik lässt sich vieles automatisieren ohne Qualitätseinbußen der Ergebnisse oder Verlust an medizinischer Aussagekraft. In Laboren mit hohem Testaufkommen hat die Prozessautomation eine wettbewerbsrelevante Bedeutung.

Biotechnologen und Chemiker benötigen Zeit, um Inhaltsstoffe von Patientenproben oder Indikationen für die Diagnose ausfindig zu machen. Wer da mit Probenhandling, Papierlisten und Pipettensuche beschäftigt ist, muss sich in Geduld fassen. Schneller geht es, wenn wichtige Analyseschritte einschließlich der eigentlichen Messung innerhalb eines automatisierten Workflows stattfinden. „Weniger manuelle Arbeitsschritte erhöhen die Effizienz im Labor, schließen Verwechslungen aus und reduzieren die Fehlerhäufigkeit“, sagt Jürgen Redmann, Mitglied der Geschäftsführung der Roche Diagnostics.
Ein steigender Wettbewerbs- und Kostendruck sowie eine wachsende Erwartungshaltung gegenüber den Leistungen einer modernen Labormedizin zwingen dazu, neue Wege zu beschreiten. Einen Effizienzsprung in der Reorganisation von analytischen Abläufen sieht Roche Diagnostics in einem Plattform-Konzept für den Serumarbeitsplatz. Der Kerngedanke ist ein modularer Systemaufbau mit einem hohen Automatisierungsgrad, der die Bedürfnisse von sehr großen Laboratorien mit viel Probenaufkommen bis zu kleinen Basislaboren auch mit speziellen Fragestellungen abgedeckt.
Das jüngste Mitglied der Cobas-Plattform von Roche heisst Cobas 8000 Modular Analyzer Series und ist für den Serumarbeitsplatz konzipiert. Das neue Flaggschiff der Division Diagnostics von Roche ist auf Hochdurchsatz getrimmt und schafft bis zu 8 400 Tests pro Stunde und, je nach Anwendungsfall, drei bis 15 Millionen Tests pro Jahr. Die Cobas-Plattform besteht aus mehreren Modulen, die sich miteinander kombinieren lassen, so dass am Ende maßgeschneiderte Lösungen ihre Untersuchungen aufnehmen. „Es gibt insgesamt 38 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Module“, sagt Harald Borrmann, Leiter Verkauf Labordiagnostik der Roche Diagnostics.
Das Basismodell enthält bis zu vier analytische Module mit Schwerpunkttests für die klinisch-chemische und immunochemische Diagnostik. Erste Anwender äußern sich begeistert, besonders über die schnelle Proben- und Reagenz-Pipettierung und die Ultraschallmischung von Proben durch unabhängige Proben- und Reagenznadeln. Für diagnostische Untersuchungen stehen im Endausbau mehr als 180 Parameter zur Verfügung. Zwar benötigen nur wenige Hochleistungslabors eine solche Fülle an Testoptionen, aber auch kleinere Labors mit höherem Arbeitsvolumen schätzen den modularen Aufbau, vor allem wenn sie mit anderen Labors kooperieren: „Wir arbeiten mit elf Laborgemeinschaften zusammen und müssen permanent unsere Arbeitsabläufe optimieren“, sagt Roland Imdahl vom Labor Schottdorf MVZ in Augsburg.
-Andreas Beuthner-

