Carl Zeiss Meditec will Innovations-Offensive starten

Der Medizintechnikhersteller  Carl Zeiss Meditec will im Jahr 2010 rund zehn neue Produkte einführen, die für einen Wachstumsschub sorgen sollen. Der TecDAX-Konzern mit Sitz in Jena erhofft sich dadurch nach einem schwachen Start ins Geschäftsjahr 2009/10 (per 30. September) zunehmendes Wachstum im Jahresverlauf.

“Das Wachstum wird sich zum Ende des Jahres hin entwickeln”, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Kaschke am Freitag (12.02.10) im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Schließlich bräuchten die neuen Produkte eine gewisse Einführungszeit.

Kaschke und Finanzvorstand Christian Müller halten an der Prognose fest, im laufenden Geschäftsjahr mit dem Markt bis zu  5% zu wachsen. “Wenn alle Märkte sich wie Asien und der pazifische Raum entwickeln, erreichen wir das obere Ende dieser Spanne, wenn sie sich wie Europa entwickeln, bleiben wir am unteren Ende. Aber das entscheidende Zünglein an der Waage sind die USA”, sagte der Vorstandsvorsitzende. Wenn die Märkte anziehen und der Umsatz steigt, könne Carl Zeiss Meditec auch mit einer steigenden EBIT-Marge rechnen, die im Vorjahr 11,9% erreichte und im ersten Quartal bei 12% lag.

Für Europa rechnet die Carl Zeiss Meditec AG mit einer Stagnation der Märkte. Sehr positiv wird die Entwicklung in Asien bewertet. “Wir haben in Indien, China und auch Japan ein sehr gutes Wachstum”, erläuterte Finanzvorstand Müller. “Entscheidend ist die Frage, ob die USA anziehen”, fügte Kaschke hinzu. In der Region “Americas” musste der Konzern im Auftaktquartal einen Umsatzrückgang von 12,5% verkraften.

Kaschkes Befürchtung zum Jahresende, der Auftragseingang könnte im Auftaktquartal währungsbedingt schrumpfen, ist laut Müller nicht eingetreten. Die Neuaufträge seien sogar leicht um 2% gestiegen. Auf dem Niveau des Auftaktquartals sieht er die Neuaufträge auch im zweiten Quartal; im Jahresverlauf wird mit einem steigenden Auftragseingang gerechnet.

Kaschke will das Portfolio des Medizintechnikkonzerns erweitern und arbeitet bereits seit längerem an Zusammenschlüssen und Übernahmen. “Die M&A-Pipeline füllt sich sehr gut und wir sind finanziell in einer so stabilen Verfassung, dass wir M&A-Aktivitäten jetzt sehr zügig umsetzen können”, sagte der Vorstandsvorsitzende. Ob es im laufenden zweiten Quartal zu einem Abschluss kommen wird, könne er derzeit aber noch nicht sagen.

 Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires