Hoffnungsträger Nanomedizin

Die Zahl der klinischen Zulassungsverfahren für nanomedizinische Produkte steigt. Sprecher der Berliner Charite gehen davon aus, dass im Bereich der kontrollierten Wirkstoff-Freisetzung und der Tumortherapie aber auch bei den Nanomaterialien für Implantate sowie sterilen Verpackungskonzepten in den nächsten Jahren eine Vielzahl neuer Produkte auf den Markt kommen wird. Sowohl in der medizintechnischen Material- und Oberflächenbehandlung als auch im Pharmabereich oder der regenerativen Medizin hat sich eine muntere Start-up-Szene gebildet, die ihre Fühler in Richtung Europa, Asien und USA ausstreckt. Das Gründerteam der in Halle

Drug Delivery : Solche Nanomagneten könnten in Zukunft im Körper gezielt Wirkstoffe freisetzen. Bild: TU Dresden

Drug Delivery : Solche Nanomagneten könnten in Zukunft im Körper gezielt Wirkstoffe freisetzen. Bild: TU Dresden

ansässigen SmartMembranes beispielsweise will nach eigenen Angaben die weltweit feinsten Filter zum Einfangen von Blutpartikeln, Viren oder anderen nanometergroßen Teile herstellen. Der Clou dieser Membranen ist eine einstellbare Porengröße im Nanometerbereich. Die Berliner Nanostart-Tochter MagForce Nanotechnologies hat kürzlich die Normungshürde nach DIN EN ISO 13485 geschafft und damit den Weg zum Einsatz seiner Nanoprodukte im Bereich der Krebstherapie geebnet. Das von MagForce entwickelte Therapieverfahren erlaubt die gezielte Zerstörung von Tumoren durch Wärme, die über superparamagnetische Nanopartikel vermittelt wird. Der aktuelle Nano-Report des Bundesforschungsministeriums äußert sich zufrieden über die Kommerzialisierungsstrategie der heimischen Nano-Companies. Laut BMBF-Bericht gehört Deutschland neben Japan und den USA zu den Vorreitern im Bereich Nanomedizinprodukte. Nach einer Untersuchung der europäischen Kommission aus dem Jahr 2008, sind 50 Prozent aller europäischer Unternehmen, die sich mit Nano-medizin beschäftigen, in Deutschland angesiedelt.